Wurmkur mit Folgen

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    • Wurmkur mit Folgen

      Ich möchte hier meinen Erfahrungsbericht niederschreiben wie und was ich im Zusammenhang mit meinen Nymphies und einem Wurmmittel machen musste.

      Es war im Jahr 2007 im Febuar, als ich beim TA erfuhr, daß mein Neuzugang Trixie Wurmeier im Kot habe.
      Auch ihr Allgemeinzustand war nicht so gut, also ließ ich Trixie bei der Tierärztin, sie wurde dann mit Wurmmittel und gleichzeitig Antibiotika versorgt und zwangsernährt.

      Bei einer weiteren Henne (Binja) die ich ein paar Wochen vorher bekommen hatte wurden Giardien festgestellt.

      Meine Tierärztin hielt es für das Beste, alle Vögel 10 Tage lang mit 10% Ridzol übers Trinkwasser gegen Giardien zu behandeln.
      Zusätzlich bekam ich vorsorglich für alle Vögel Panacur 2,5 % Suspension mit, dieses sollte ich an drei aufeinanderfolgenden Tagen verabreichen und zwar pro 100g Nymphie 0,1 ml , damit die Würmer besser aus dem Darm gleiten und sich kein Wurmknäul bilden kann musste ich jedem Vogel noch einen Tropfen Paraffinöl geben.

      Nachdem ich mich dann mit dem Gedanken angefreundet hatte, machte ich mich also am 16.02. abends daran die Nymphies einzufangen, zu wiegen und jedem Vogel seine verordnete Ration einzugeben.
      Schon nach der ersten Panacur/Paraffingabe wirkten einige Vögel träge und lustlos,
      deshalb entschied ich mich dazu, erst am Morgen des 18.02. die zweite Gabe Panacur/Paraffin einzugeben.
      Die Vögel fraßen wenig und wirkten lustlos.
      Die dritte Gabe verabreichte ich dann am Abend des 19.02. mit einem komischen Gefühl im Bauch, meine Vögel gefielen mir teilweise nämlich garnicht, sie saßen aufgeplustert da und fraßen kaum.
      Die Tierärztin konnte sich das alles nicht erklären.
      Zu dem Zeitpunkt hatten zwei Vögel das Fressen ganz eingestellt, mir blieb nichts anderes übrig, ich musste sie zwangsernähren.
      Was mir auffiel war, dass sie sehr viel tranken, aber nichts fressen wollten, es schien ihnen nicht zu bekommen.

      Am 22.02 fuhr ich zur Tierärztin um die Henne abzuholen die ich dort gelassen hatte, ihr ging es mittlerweile so schlecht, sie saß nur noch apathisch auf dem Boden, zu der Zeit konnte ich von meiner Tierärztin keine Hilfe erwarten, ihre Worte waren, meine Vögel müssen eine schlimme Krankheit haben und es würde ihnen deshalb so schlecht gehen. Ihre Vermutung war Psittakose.
      Trixie verstarb noch am selben Tag.

      Ich machte mich also mit den beiden Vögeln denen es am schlechtesten ging und der toten Henne auf nach Essen zur Taubenklinik.
      Ich dachte das sei die letzte Chance meine Vögel zu retten,
      denn ich hatte es schon im Gefühl dass sie es nicht überleben würden.

      Als ich in der Klinik ankam, schaute die Ärztin in den Käfig und die erste Frage die sie stellte war :
      Was haben die Vögel bekommen ? - Die sind vergiftet.
      Das waren ihre Worte.
      Sie hatten blutunterlaufene Augen und das Schnabelhorn war verfärbt.
      Sie untersuchte Jocky und Milano die beiden die ich mit hatte und stellte fest dass ihr ganzer Verdauungstrakt lahm gelegt war, es wurden keine Bakterien , Pilze , Parasiten etc. gefunden, die Darmflora war zerstört und wieder ihre niederschmetternden Worte,
      den Vögeln kann man leider nicht mehr helfen.

      Auch die Obduktion der toten Henne ergab nur einen Verdacht auf Vergiftung, als Todesursache wurde ein Blutstau in der Leber festgestellt.
      Außerdem habe ich von allen Vögeln Kot auf Clamydien sowie bakteriologisch, mykologisch und parasitologisch untersuchen lassen.
      Alles sauber , es wurde nicht die kleinste Kleinigkeit gefunden die auf etwas krankheitsbedingtes hinwies.

      Mit der Erkenntnis die Vögel seien vergiftet und man kann nichts weiter machen als ihnen hochdosierte Vitamine, etwas Leberaufbauendes und leichtverdauliches Futter zu geben fuhr ich also nach Hause.

      Am 23.02 also vier Tage nach der dritten Panacurgabe verstarben die ersten Vögel , äusserlich Symptomlos, sie stellten das Fressen ein und verhungerten. Die ich zwangsernährt hatte, waren die ersten die starben.
      Am 26.02 starben die letzten Vögel.
      Insgesammt starben mir also innerhalb von 4 Tagen 13 Vögel.

      Der Rest des Schwarmes fing nach einer Woche wieder richtig an zu fressen und erholte sich von den Strapazen.
      Viele hatten ihre Partner verloren und waren richtig traumatisiert, nach knapp einem halben Jahr konnte ich erst sagen , den Überlebenden geht es jetzt wieder gut.
      Monatelang habe ich Volaminkuren gemacht , Vitamine zugefüttert, Mariendistelsamen und PT 12 im Wechsel mit liviferm gegeben.

      Ich persönlich habe mir meine Meinung gebildet und ich werde nie wieder eine dreitägige Panacurgabe durchführen.
      Und auch wenn andere Leute behaupten, dass meine Vögel noch irgendwas in sich schlummern hatten, was durch die Immunsystemschwächung durch das Wurmmittel ausgebrochen seien muss, ich bin überzeugt davon dass meine Vögel an einer Medikamentenvergiftung gestorben sind. Ich behaupte nicht, dass es Panacur alleine war aber ich denke das Ridzol in Verbindung mit dem Panacur/Paraffin war einfach zu viel für meine Vögel.
      Auch kann ich jedem nur von einer vorsorglichen Wurmkur abraten.
      Lieber öfters den Kot untersuchen lassen um 100% sicher zu sein.


      Nach dieser Tragödie in einem anderen Fall habe ich noch einmal entwurmt und zwar mit
      Concurat L übers Trinkwasser.
      Die Vögel bekamen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen das vom Tierarzt verordnete
      Concuratwasser und nach 10 Tagen nochmal.
      Bei dieser Behandlung verlief alles problemlos.
      Liebe Grüsse Steffi

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Delphie ()